Versorgung unseres Dorfes mit Gütern des täglichen Bedarfs

Die Möglichkeit, sich mit Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs zu versorgen, ist ein grundlegender Bestandteil der Lebensqualität. Gehrde mit seinen ca. 2500 Einwohnern ist für Lebensmittelketten uninteressant, da diese mit mindestens 5000 Einwohnern kalkulieren.

Bersenbrück dagegen ist weit überversorgt mit Lebensmittelgeschäften und Supermärkten und greift die Kaufkraft der gesamten Umgebung ab. Der einzige kleine Lebensmittelladen (Conti-Markt) hat geschlossen. So entsteht für den Anteil unserer Einwohner, die nicht mobil sind, ein großes Versorgungsproblem. Gleichfalls sinkt die Attraktivität des Dorfes für neue Einwohner.

Diese Situation kommt nicht überraschend, sondern war schon länger abzusehen. Die verantwortlichen Ratsvertreter haben vielfältige Bemühungen unternommen, Abhilfe zu schaffen:

- So hat man einen Betreiber einer Kette kleiner Dorfläden aus dem Emsland zu gewinnen versucht. Aber die Entfernung war zu groß.

- Man hat nach geeigneten Räumen für den bisherigen Betreiber gesucht, aber keine zufriedenstellende Lösung gefunden.

- Man hat versucht, die Betreiberin des Backshops Overmeyer zu einer nennenswerten Erweiterung ihres Sortiments zu bewegen. Diese will aber nur geringfügig erweitern.

- Man denkt darüber nach, Einkaufsfahrten mit dem Kleinbus der Gemeinde für nicht mobile Einwohner zu Supermärkten der Umgebung einzurichten.

Welche weiteren Möglichkeiten gibt es?

In manchen Dörfern gibt es einen Dorfladen in Form eines Gemeinschaftsprojektes. Das erfordert ein gut durchdachtes Konzept, eine ausgefeilte Kalkulation und sehr viel ehrenamtliches Engagement. Es bleibt zu hoffen, dass Werner Böse noch weiterhin mit seinem Wagen seine Kunden versorgt. Sollte das irgendwann nicht mehr der Fall sein, muss man versuchen, rollende Kleinmärkte nach Gehrde zu locken. Es wird eine der größten Herausforderungen der Kommunalpolitik Gehrdes sein, dieses drängende Problem zu lösen.

Ebenfalls große Sorgen bereitet die Zukunft der ärztlichen Versorgung, vor allem der älteren Bürger unseres Dorfes. Privatversicherte können zwar weiterhin die Arztpraxis Koch in Anspruch nehmen, doch alle anderen sind momentan gezwungen, Ärzte in der Umgebung aufzusuchen. Das ist wieder ein großes Problem für Leute, die nicht mobil sind. Die Gemeinde ist bereit, Räume für eine Praxis und auch eine finanzielle Starthilfe anzubieten.

Viele Gehrder sind Pendler, d.h. dass sie einer Arbeit außerhalb Gehrdes nachgehen und deshalb vorwiegend ihre Waren auch dort kaufen. Das ist natürlich für die im Ort noch ansässigen Läden (Elektrogeschäft, Schreibwarengeschäft, Blumenladen) ein grundsätzliches Problem. Jeder Bürger sollte sich deshalb überlegen, ob es nicht Sinn macht, die örtlichen Betreiber zu unterstützen, selbst wenn sie geringfügig teurer sein sollten.

Das Sterben der Dorfläden hat nicht nur die Ursache auf der Anbieterseite, sondern ebenfalls auf der Nachfrageseite. Die Ratsmitglieder der SPD werden sich mit aller Macht für eine zufriedenstellende Versorgung unserer Bürger einsetzen.

 

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