Die Hochspannungsleitung von Cloppenburg nach Merzen kommt - so viel ist sicher

Wir wollen keinen Strom aus der mit hohem Risiken belasteten Kernenergie mehr - seit Fukushima ist das Konsens in Deutschland. Die benötigte Energie soll aus regenerativen Quellen wie der Wind- und Sonnenkraft kommen. Deutschland steht an der Spitze der Forschung auf diesem Gebiet,  ein großer, sehr erfolgreicher Wirtschaftszweig ist rund um diese Technologien entstanden.

Die Energiewende hat auch uns längst erreicht - Wir sehen täglich, wie sich die Windmühlen rund um Gehrde drehen. Der Landkreis Osnabrück ist zum Energieproduzenten geworden: Mit der bei uns produzierten Bioenergie könnte sich die Region selbst versorgen und wäre nicht auf Stromlieferungen von außen angewiesen.

Das sieht allerdings in vielen Regionen anders aus: Um den deutschen Stromhunger zu befriedigen, müssen Offshore-Windparks gebaut werden, die die früher gut mit Atomstrom versorgten Industrieregionen im Süden beliefern. Hier kommen wir wieder ins Spiel: Um den in der Nordsee produzierten Strom nach Süden zu bekommen, müssen neue Leitungskapazitäten geschaffen werden - und die führen durch unsere Region.

Die 380kv Leitung von Cloppenburg nach Merzen ist im Bundesnetzplan festgelegt und wird damit sicher realisiert werden - einzig der genaue Trassenverlauf steht noch nicht fest. In der jetzigen Planungsphase stehen mehrere Trassenverläufe zur Diskusion; zwei davon betreffen Gehrde direkt. Eine Trassenführung kommt von Badbergen und läuft entlang der Hase zwischen Gehrde und Bersenbrück hindurch weiter Richtung Süden, die andere Variante knickt hinter Badbergen ab und verläuft dann östlich von Gehrde über Wenstrup weiter in südliche Richtung.

Mit Bekanntwerden der Pläne regte sich Widerstand in Gehrde und darüber hinaus. Aus einer von der Gemeinde angeregten Bürgerversammlung bildete sich eine Bürgerinitiative. Aus dieser Initiative ging dann der Verein "Bürger gegen 380kv" hervor. Der Verein sieht seine Hauptaufgabe darin, die Menschen vor Ort über die Planungen der Netzbetreiber zu informieren und größtmöglichen Einfluss auf die Trassenplanung zu nehmen.

Wie geht es jetzt weiter? Die Netzbetreiber untersuchen die Trassenverläufe auf mögliche Raumwiderstände. Es wird dann letztlich die Trasse gebaut, die den geringsten Raumwiderstand aufweist. Mit dem Begriff Raumwiderstand werden alle möglichen Hindernisse im Trassenverlauf bezeichnet, die den Bau einer Hochspannungtrasse verzögern oder sogar verhindern können. Dazu zählen neben Wohnbebauung auch vorhandene Naturschutz- und Industriegebiete sowie die zahlreich vorhandenen Windparks. Ziel aller Bemühungen muss es also sein, die Raumwiderstände in und um Gehrde so hoch zu schrauben, dass eine Trasse bei uns nicht mehr möglich ist.

 

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